SINNVOLLE ABWECHSLUNG IM ALLTAG

INNOVATIVE GÄRTEN

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Gesunde Ernährung und Know-how

Aus Gewohnheit und Unwissenheit bauen die Bergbauernfamilien Guatemalas auf ihrem wenigen Land immer das Gleiche an. Bohnen und Mais. Etwas anderes gibt es meist auch nicht zu essen. Rund um die bescheidenen Hütten bauen 98% der Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde Joyabaj ausschließlich diese Pflanzen an.

Sei So Frei und die langjährige Partnerorganisation ADICO (Asociación de desarrollo integral comunitario) haben deshalb begonnen, ein nachhaltiges Landwirtschaftsprojekt vorzubereiten. Wir vergeben Kleinkredite. Die Felder sollen auf diese Weise optimal bestellt, der Speiseplan bereichert, gesunde Ernährung forciert werden. Und: Durch den Verkauf von Teilen der Ernte verdienen sich Frauen kleine Zusatzeinkommen.

WIE FUNKTIONIERT DER KLEINKREDIT?

Wie bei allen Sei So Frei-Projekten wird hier auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Unterstützung und Eigenverantwortung geachtet.

Da die Frauen über kein Geld verfügen, unterstützt Sei So Frei sie drei Jahre lang mit Kleinkrediten für den Pflanzenankauf und alle weiteren Aufkommen. Jede Frau erhält jährlich rund 200 Euro, die sie innerhalb von 10 Monaten ab der ersten Ernte zurückzahlen muss. Die Rückzahlungsraten sind nach Jahren gestaffelt, 5-15% des Betrages sind Förderung und ab dem vierten Jahr sollen die Frauen ihre Gärten ohne weitere Finanzierung betreiben können. Sollten sie sich nicht um ihre Gärten kümmern oder aus dem Projekt aussteigen, müssen die Kredite in voller Höhe zurückgezahlt werden.

WAS ALLES MÖGLICH WIRD

Mayra Orellana, die zuständige Projektbetreuerin, erzählt von vielen anfänglichen Schwierigkeiten, doch nach intensiven Vorgesprächen zeigten sich letztlich doch 60 Familien daran interessiert, den Anbau verschiedener Obst- und Gemüsesorten zu erlernen. So sind drei Modellgärten entstanden, nach deren Vorbild jetzt weitere geplant sind.

21 Frauen in den Dörfern Tierra Blanca und Xecrúz setzen das Erlernte bereits zu Hause um. Die Böden beider Dörfer sind für den Anbau von Gemüse (Kürbisgewächse, Brokkoli, Karfiol, rote Rüben, Weißkraut, Karotten, Spinat, Fenchel, Zucchini, Zwiebel, Salate, Erdäpfel, etc.) sowie Obst (Bananen, Pfirsiche, Weintrauben, Äpfel, Himbeeren, etc.) gut geeignet.

Besonders erfreulich ist, dass sich die Gemeinde und das Landwirtschaftsministerium ebenfalls am Projekt beteiligen. Sie führen Bodenfruchtbarkeitsanalysen durch, halten Fortbildungen zu Gemüse- und Obstanbau und kommen teilweise für den Transport und die Bereitstellung von Saatgut und Dünger auf.

DAS WIRD BENÖTIGT.

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Helfen Sie mit!

Wir haben die Freiheit, nutzen wir sie! Mit Ihren Spenden war es uns bereits möglich, dieses nachhaltige Projekt auf die Beine zu stellen. Ermöglichen wir nun noch mehr Frauen einen eigenständigen Verdienst und lassen wir noch mehr Familien mittels abwechslungsreicher Ernährung gesünder leben!

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Das Land in Zentralamerika lebt mit einer äußert abwechslungsreichen Geschichte. Von der klassischen Hochblüte während der Mayazeit über die grausamen Kolonialzeiten während der spanischen Besetzung, Unabhängigkeit und Ausrufung der Republik 1839 bis zu den wechselnden Diktaturen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war und ist das Land zumeist von tiefer Armut und Repression geprägt. Die Landschaft ist überaus vielfältig, verschiedenste Klimazonen prägen die Gegenden von den tropischen Küsten bis ins karge Hochland. // Fläche: 109.021 km2 // Einwohner: 17 Millionen // Amtssprache: Spanisch
Guatemala hat eine sehr hohe Auswanderungsquote, rund 5% der Einwohner lassen das Land auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen. Studien gehen davon aus, dass circa 70% der Erwerbstätigen in Gelegenheitsjobs ohne vertragliche und soziale Absicherung arbeiten. Die Einkommen sind extrem ungerecht verteilt. Die Armutsquote liegt bei knapp 60% und die Hälfte der Kinder gilt als unterernährt.
Guatemala ist eine präsidentiell-demokratische Republik, das Parlament und der Präsident werden alle vier Jahre gewählt. Dennoch wird das Land international als eine Mischform zwischen Demokratie und autoritärem Staat, als „teilweise frei“, bewertet. Das Vertrauen, besonders der indigenen Bevölkerung, in das staatliche Rechtssystem ist überaus gestört und der starke Einfluss gesellschaftlicher Gruppen außerhalb der Parteien, besonders von Militär und Unternehmen, lässt die Politik generell sehr instabil sein. Die Korruption zieht sich zum Teil bis in hohe staatliche Ämter durch.
Die Bevölkerung Guatemalas setzt sich nahezu gleichermaßen aus indigenen und europäisch-stämmigen Menschen zusammen. Das Bewusstsein für Volkskultur, Bildung, Politik und Umweltthemen ist - wie nahezu überall - abhängig vom Bildungsgrad und der Region, in der die Menschen leben. Die große Armut breiter Bevölkerungsschichten, aber auch die sehr hohe Analphabetismusrate sind ein deutlicher Hemmschuh für den aufmerksamen Umgang mit Themen abseits des täglichen Überlebens. Die eindrucksvolle Gastfreundschaft und Freundlichkeit, auch und gerade in den ärmsten Regionen des Landes, lassen aber an der Herzensbildung keine Sekunde zweifeln.