UNABHÄNGIGE ZUKUNFT

FÜR 150 KLEINBÄUERLICHE FAMILIEN

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Fairtrade Bio-Kakao kann Leben retten

Armut, Hunger, Klimakatastrophen, soziale Gewalt. Die Bäuerinnen und Bauern in der Karibikregion Nicaraguas haben kaum Chancen, sich ihr eigenes Überleben zu sichern. Zu gering sind die Erträge aus den kleinen Landwirtschaften, zu kompliziert ist die Sicherung der Ernten. Die Kinder der Familien müssen mithelfen, sie gehen selten zur Schule. Obwohl die Menschen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mittel kämpfen, stehen sie allein auf verlorenem Posten. Deshalb half Sei So Frei, gemeinsam mit Horizont3000, die Kooperative UNCRISPROCA zu gründen.

Francisco Albert
– Kakaobauer in Siawás –

“Ich fühle mich besser als je zuvor. Mein Leben hat sich durch die Kakaoproduktion enorm verbessert!”

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CHANCEN AUF ERTRAGREICHE ERNTEN

Durch das gemeinsame Arbeiten vieler Familien im Rahmen der Kooperative und die kompetente Unterstützung von Sei So Frei entstand am Río Grande de Matagalpa ein Projekt, das zeigt, wie es auch gehen kann. Durchschnittlich zwei Hektar Land bewirtschaftet eine Familie im Rahmen der Kooperative. Die Menschen lernen in Kursen alles über Kakaoanbau und können so die Qualität ihrer eigenen Ernte stetig verbessern. Zum Beispiel den richtigen Umgang mit Pilzbefall und Drainagen, die biologische Düngung, aber auch die Weiterverarbeitungsschritte bis zum fertigen Produkt.

Das trägt Früchte im wahrsten Sinne des Wortes. Die Kooperative ist die einzige in Nicaragua, die Bio- und Fairtrade-zertifizierten Kakao von hoher Qualität direkt exportiert, was höhere Verkaufspreise und den internationalen Handel ermöglicht. Zudem führt sie aktuell auch die Produktion von Kokosnüssen ein. Damit wurde sie zu einem wichtigen Akteur in den Gemeinden von La Cruz de Río Grande, der viel zur wirtschaftlichen Stärkung der Region beiträgt.

Obwohl 2017 ein schlimmes Jahr für die Kooperative war, hat sich die Lebenssituation für die 150 teilnehmenden Familien deutlich verbessert. Tropenstürme, starke Regenfälle und Überschwemmungen vernichteten 35% der Kakaoernte, aber auch Häuser, Gewächshäuser und Infrastruktur. Trotzdem konnten 26 Tonnen Kakao durch das Zusammenhelfen, die gute Arbeitsstruktur und den unbändigen Willen der Kleinbäuerinnen und -bauern exportiert werden. Dadurch können die Familien ausreichend Geld verdienen und ihren Kindern das bieten, was die Eltern nicht hatten: ausreichend Nahrung und eine gute Schulbildung.

DER LOKALAUGENSCHEIN IN SIAWÁS

Der Besuch der Kooperative verlangt uns einiges ab. Die Anfahrt ist weit und angesichts der schlechten Straßenbedingungen und langen Bootsfahrt extrem herausfordernd. Als wir ankommen, sind alle Strapazen dennoch vergessen und wir sind fasziniert, wie vielfältig und erfolgreich das Projekt trotz der vielen widrigen Umstände läuft.

Zum Beispiel erzählt uns Marvin stolz, dass er heuer das erste Mal das lang erwartete Biozertifikat verwenden kann und die rund 700 Kilo fertig fermentierten und getrockneten Kakao als Bio-Kakao verkaufen kann. Obwohl auch ihn die Aufräumarbeiten nach den Klimakatastrophen stark getroffen haben, setzt er gerade jüngere Pflanzen auf seinen zwei Hektar Grund. Nach circa vier Jahren beginnen sie Früchte zu tragen und nach 6 bis 7 Jahren tragen sie voll. Marvin hat große Zukunftspläne, er will sein Wissen nachhaltig anwenden und weitere Parzellen mit Kakao kultivieren.

Auch die Arbeit von Estelina zeugt vom Erfolg der Kooperative. Sie hat gelernt, die Herstellung ihrer Pralinen zu perfektionieren. Selbst in der feuchten Hitze schmelzen sie nicht und machen geschmacklich jedem europäischen Produkt Konkurrenz, wie das Sei So Frei-Team beglückt bestätigen kann. „Die EZA Fairer Handel GmbH verarbeitet seit 2015 die Kakaobohnen der Kooperative in der EZA-Schokolade und verkauft sie zum Beispiel über die Weltläden in Österreich“, berichtet Miguel Álvarez (Leiter UNCRISPROCA) dazu stolz.

DAS IST ZU TUN.

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Helfen Sie mit!

Noch muss die Leitung und Verwaltung der Kooperative verbessert und vor allem an der wirtschaftlichen Ausbildung gearbeitet werden. Auch Produktionssteigerung und bessere Vermarktung sind wichtige Themen, um das Projekt zu übergeben.

Geben wir den Menschen die Chance, dass ihr Kampf belohnt und der Weg in die nachhaltige Unabhängigkeit beschritten werden kann. Ermöglichen wir es den erfolgreichen Kakaobäuerinnen und –bauern, ihre wirtschaftliche und soziale Unabhängigkeit auf ein festes Fundament zu stellen!

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Jeder Beitrag hilft!

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Die auffälligsten Charakteristika des zentralamerikanischen Staats sind seine nahezu permanente schwierige politische und soziale Lage, die unglaubliche Schönheit des Landes mit seinen vielen aktiven Vulkanen, eindrucksvollen Stränden, den riesigen Seen und üppigen Regenwäldern, aber auch die große Armut und die verheerenden Naturkatastrophen, die ihn regelmäßig erschüttern. Während in den Westen mit der Hauptstadt Managua viele Investitionen fließen, geht der östliche Teil – die Karibikregion – zumeist leer aus. Sei So Frei setzt sich seit über 20 Jahren für die rund 700.000 Menschen (ca.12%) dieser Region ein. // Fläche: 120.254 km2 // Einwohner: 6 Millionen // Amtssprache: Spanisch

Die Bevölkerung Nicaraguas besteht zu fast 70% aus Mestizen. Dazu kommen, vor allem in der Atlantikregion, Menschen spanischer und afrikanischer Herkunft. Unsere Projektgebiete im Norden und Osten des Landes sind von größter kultureller und sprachlicher Vielfalt geprägt. Indigene Völker wie Miskito, Mayangna und Rama sind hier zuhause genauso wie Kreolen und Garífuna mit afrikanischen Wurzeln. Die Menschen leben friedlich, aber nicht reibungsfrei zusammen. Die extrem hohe Arbeitslosigkeit von ca. 90% ist hier doppelt so hoch wie im nationalen Durchschnitt. Trotz schwierigster Lebensbedingungen, politischer Instabilität und oftmaliger Naturkatastrophen sind die Menschen überaus gastfreundlich, aufgeschlossen und hilfsbereit, wie wir regelmäßig selbst erfahren dürfen.

Die Republik Nicaragua steht schon wieder im Brennpunkt der politischen Berichterstattung. Während die Hoffnung auf etwas weniger Armut und soziale Stabilität in den letzten Jahren gestiegen war, drohen aktuell bewaffnete Konflikte zwischen der sandinistischen Regierung unter Daniel Ortega und den oppositionellen Bewegungen. Demonstranten werden gefoltert und getötet, die Lage scheint schlimmer, als sie jemals unter dem ehemaligen Diktator Somoza oder der Kolonialherrschaft war. Das Land hat politisch schon viel Elend gesehen und es ist keine Besserung in Sicht. Eigenheiten wie die Tatsache, dass das Schulsystem immer noch keinen Unterricht in kreativ-musischen Fächern vorsieht (die Sei So Frei Schule ist da eine Ausnahme) verbessern die Lebensbedingungen auch nicht.

Wie so oft verhindern großes Elend und große Armut ausgeprägtes Wertebewusstsein. Um dies zu ändern, arbeiten wir in all unseren Projekten, vor allem im Bildungsbereich, aufmerksam an diesen Themen. Das Wissen um die eigenen Rechte, um Klimaschutz, Genderthemen, Gesundheit und sozialen Umgang miteinander ist für die Menschen ein wichtiger Grundstein, um sich selbstbestimmt und selbstbewusst in der eigenen Welt bewegen zu können. Woran es keinesfalls scheitert, sind grundlegende Offenheit, Freundlichkeit, Gastfreundschaft und vor allem Lebensfreude, die die Menschen Nicaraguas jederzeit ausstrahlen.