Projekt_24_Uganda_Volksschulen2019-01-06T13:59:32+00:00

PLATZ ZUM LERNEN

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Potentiale und Träume unterstützen

In den Volksschulen im Bezirk Kasese im Südwesten Ugandas bietet sich überall das gleiche Bild: Mehr als 100 oder 150 Kinder sitzen in Klassenräumen, die den Namen nicht verdienen. Sie sitzen in provisorischen Barracken mit nacktem Lehmboden. Die Räume sind nicht verputzt, es gibt keine Tische und Bänke, keine Tafel. Dabei ist die Unterrichtsqualität oft hoch, die Lehrkräfte sind engagiert und immer mehr Eltern wollen ihre Kinder in die Schulen schicken, die auch keine Kinder abweisen dürfen.

Die Auswirkungen dieser Situation sind nur verständlich. Das Lernen macht keinen Spaß und funktioniert nicht gut. Die meisten Eltern waren selbst nie in der Schule, das Thema Bildung hat keinen hohen Stellenwert. Auf den Feldern und im Haushalt wird jede Hand gebraucht. Schule ist teuer, der Lernerfolg und die Perspektiven sind zumeist überschaubar und gerade die Mädchen sind gemäß Tradition dann versorgt, wenn sie früh heiraten.

“Der Zustand der Schulen in Uganda ist oft unvorstellbar. Mehr als 100 Kinder sitzen in einer Klasse – auf nacktem Lehmboden in einer Hütte. Das sind einfach unmögliche Lernbedingungen!”

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Elisabeth Tanzer
Projektmanagement Sei So Frei OÖ

DER ENTSCHEIDENDE UNTERSCHIED

Um die Lage zu entschärfen, baut Sei So Frei in Kooperation mit RIFO (The Ripple Foundation), der Partnerorganisation vor Ort, Klassenzimmer für Volksschulen. Zwei Bauprojekte pro Jahr sind das Ziel. 55 Kinder pro Klasse, immer noch sehr viel, ist der empfohlene Schnitt der Regierung. Der soll jedenfalls erreicht werden.

Dazu müssen alle zusammen helfen. Die Eltern helfen beim Aushub der Baugrube. Ziegel, Baumaterialien und Werkzeuge werden auf Kosten von Sei So Frei angeschafft und Fach- wie auch Hilfskräfte unter Vertrag genommen. Die Schulleitung muss das Baugerüst beistellen und sich um Wasser für den Bau kümmern. Die Behörden müssen sichere Lagerplätze für Materialien organisieren, zusätzliche Toilettenanlagen errichten und sich um die Zufahrt zur Schule kümmern. Unsere Verträge sind genau und streng. Bei Nichteinhaltung einzelner Teilbereiche steht der sofortige Baustopp an und die Kooperation wird aufgekündigt. Nur so ist gewährleistet, dass die Klassenzimmer auch wirklich gebaut werden, dass die Kinder genug Platz zum Lernen bekommen.

DIE TOLLEN BEISPIELE

An unseren Fotos sieht man perfekt, wie toll das funktionieren kann. In einigen Dörfern entstanden bereits zusätzliche Schulgebäude und neue Klassenzimmer:

6 Klassen für die Volksschule in Kamasa / 7 Klassen für die St. Comboni Volksschule in Kyempara / 7 Klassen für die Volksschule in Kyogha / 5 Klassen für die St. Andrew’s Volksschule in Kanyampara / 4 Klassen für die Mundongo Volksschule in Nyakiyumbu / 7 Klassen für die St. Kizito Volksschule in Kituti (sind in Bau) / 7 Klassen für die Voksschule in Kitsutsu (sind in Bau)

Die unbändige Freude der Kinder, aber auch des Lehrpersonals und der Eltern ist kaum zu beschreiben. Stolz sind sie alle auf die neuen Klassenzimmer. Das Lernen macht Freude, jetzt kommen die Kinder gerne dorthin.

DAS IST ZU TUN.

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Helfen Sie mit!

Die Kinder in Uganda sollen in einem guten Umfeld lesen, schreiben und rechnen lernen. Nur so haben sie reale Chancen, sich ihre eigene Zukunft in Freiheit und Würde zu gestalten.

Geben wir noch mehr Kindern die Möglichkeit, in richtigen Klassenzimmern zu lernen! Bauen wir neue Schulklassen!

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Jeder Beitrag hilft!

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Mit 75 Euro schenken Sie einer Schulklasse eine Schulbank mit Tisch.
Mit 125 Euro finanzieren Sie ein Fenster oder eine Türe für eine Schulklasse.
Mit 2.700 Euro ermöglichen Sie, dass 7 Klassen in zwei Schulen ausgemalt werden können.

Die landschaftliche Schönheit mit den Seen, dem weißen Nil, den Urwäldern, Savannen und hohen Bergmassiven kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Uganda zu den ärmsten Ländern der Welt zählt. Das tropische Klima mit langen Trockenheitsperioden ist eine Herausforderung für die Bevölkerung, die zusätzlich von jahrelangen Diktaturen, Bürgerkrieg und Massakern gepeinigt wurde. Uganda besetzt einen der hintersten Plätze in Sachen internationaler Wettbewerbsfähigkeit und ist wie die meisten, vor allem armen, Staaten vom Klimawandel besonders betroffen. So soll zum Beispiel laut Experten in wenigen Jahren der wirtschaftlich wichtige Kaffeeanbau hier nicht mehr möglich sein. // Fläche: 241.040 km2 // Einwohner: 35 Millionen // Amtssprache: Swahili & Englisch

Über 60 Völker leben in Uganda zusammen. Das Bildungssystem entwickelt sich langsam, die durchschnittliche Schulbesuchsdauer stieg in den letzten 20 Jahren von 2,8 auf 5,7 Jahre an. Das hohe Bevölkerungswachstum (jedes Jahr eine Million mehr Kinder im Schulalter) stellt, wie in vielen Bereichen, die größte Herausforderung für das Land dar. Nur 18% der verheirateten Frauen haben Zugang zu Verhütungsmitteln, obwohl Uganda als Vorzeigeland in Sachen HIV-Bekämpfung zählt. Über 70% der Menschen leben von Landwirtschaft, die meisten produzieren für den Eigenbedarf und sind aber dafür nur unzureichend ausgebildet.

Nach dem britischen Protektorat prägte vor allem die Diktatur und die Massaker unter Idi Amin das Land nachhaltig. Seit 1986 wird das Land von Präsident Yoweri Museveni regiert, auch unter seiner Regierung kam es zu Menschenrechtsverletzungen und Verwicklungen in interne militärische Auseinandersetzungen mit Nachbarländern, dennoch setzte eine gewisse Beruhigung und wirtschaftliche Erholung ein. Die aktuelle Regierung stellt sich zwar positiv gesinnt gegenüber Menschenrechten dar und unterzeichnet alle wichtigen internationalen Verträge, erhebliche Defizite wie der Umgang mit politischen Parteien, Regimegegnern oder die Rekrutierung von Kindersoldaten, sind nach wie vor offenkundig.

Der Altersdurchschnitt in Uganda liegt bei 15 Jahren, knapp 30% der älteren Bevölkerung können nicht lesen und schreiben, wobei sich diese Zahlen in ländlichen Gebieten nochmals schlimmer darstellen. Aber derzeit besuchen fast 90% der Kinder, zumindest eine Zeit lang, die Schule. Daran erkennt man, dass der theoretisch fruchtbare Boden für Bewusstseinsbildung in Sachen Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Gesellschafts- und Gesundheitspolitik gegeben ist. Der Kampf um das tägliche Überleben allerdings ist, wie in vielen weiteren unserer Projektländer, die größte Hürde auf dem Weg zu mehr Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Deswegen kämpfen wir genau dagegen an.